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Ukrainereise Ostern 2026

Die nachfolgenden Texte und Bilder sind dem Verlauf unseres WhatsApp-Kanals entnommen, auf dem wir vom 5.–11.04.2026 über unsere Reise berichtet haben.

Ostersonntag 5.4.2026

Unsere lieben „Verfolger“, unser Team mit 7 Leuten aus Dresden ist heute um 17:40 Uhr in die Ukraine gestartet. Wir haben Freude im Herzen, einen Bus voller Güter und Jesus an unserer Seite. Ab in die Nacht – zur Grenze. Morgen melden wir uns. Schlaft gut.

Ostermontag 6.4.2026

Noch in der Nacht der Anreise hielten wir an diesem Gebäude, um einen Teil unserer Güter auszuladen. In den Räumen trifft sich eine von Pastor Kovalov frisch gegründete Gemeinde. Markenzeichen dieser Gemeinde mit über 70 Personen: Wort UND Tat.

Binnenflüchtlinge, die in der Westukraine ankommen, haben oft nichts als die Kleidung am Körper und einen Koffer. Kein Job, kein Obdach. Diese Gemeinde ist ein genialer Anlaufpunkt für genau diese Not. In den (manch einem bekannten) Kisten befinden sich Kleidungsspenden.
Es war schon wieder hell draußen, als wir an unserem Zielort ankamen. Ein Frühstück (Borschtsch und andere leckere Sachen, die wir in Deutschland wahrscheinlich eher zum Mittag essen würden) wartete auf uns. Danach sind wir ins Bett gefallen. 3 Stunden Schlaf, danach wurde die Ladung neu sortiert, und kurz darauf ging es auf die Bühne in der Gemeinde in Cherche.

Kleiner dankbarer Gedanke:
Nachts an der Grenze PL–UA haben wir nur 40 Minuten gebraucht. Absolute Seltenheit – über 3 Stunden sind normal.
Am Abend ein kleiner Spaziergang. Wir sind alle platt. Morgen Früh um 4 klingelt der Wecker. Dann geht’s los in Richtung Osten. Wir sind gespannt, was auf uns wartet.

Dienstag 7.4.2026

5:00 Uhr morgens. Es geht los. Andrey holt uns ab und bringt uns mitsamt einem Teil unserer Güter zu einer Gruppe von Hilfstransportern. Diese Fahrt wird groß.
Treffpunkt Tankstelle. Hier schließt sich unser Hilfstransport anderen Hilfstransporten an. Wir sind die einzigen deutschen. Alle anderen sind Ukrainer, die in ihren Gemeinden gesammelt haben und jetzt transportieren. Unser Konvoi besteht jetzt aus:
  • Mercedes Vario : 5t Weißkohl, Möhren, Kartoffeln
  • Iveco: 3t Salate, Brote, Teigtaschen
  • Mercedes Sprinter: Medikamente, zwei Waschmaschinen für ein Reha-Zentrum und genug Sitze für unsere deutsche Reisegruppe.
  • VW Touareg als schnelles Begleitfahrzeug

Der Touareg wird im Osten bleiben. Er wird das „neue“ Fahrzeug für einen Kaplan.

Der Sprinter ist eigentlich ein Fahrzeug, das für Evakuierungen eingesetzt wird. Er fährt teilweise in sehr heiße Gebiete, um Menschen zu holen, die entweder den richtigen Zeitpunkt zur Flucht verpasst haben oder einfach nicht fliehen können.

Bei der Tankstelle werden unsere Güter umgepackt.
Ein Gruppenfoto bevor wir die Tankstelle verlassen…
… und los geht’s …
Nach einer Zwischenpause haben wir uns ca. 120 km vor Kiew mit einem Kaplan und seiner Frau getroffen, um weitere Hilfsgüter zu übergeben. Er selbst hat eine Zeit lang Flüchtlinge in Kiew versorgt, bevor er dort diesen Anlaufpunkt für Flüchtlinge aus Sicherheitsgründen schließen musste. Zurzeit versorgt er rund 80 geflüchtete Familien in der Umgebung von Korosten mit Gütern des Grundbedarfs (zum Beispiel Lebens- und Waschmittel). Außerdem bietet er auch verschiedene Therapieansätze für traumatisierte Soldaten an, beispielsweise „Malen nach Zahlen“. Was für uns erstmal seltsam klingt und mit einer Beschäftigung für Kinder verbunden wird, hilft den traumatisierten Soldaten, die Erlebnisse aus dem Krieg zu verarbeiten.
„2022. Die erste Angriffswelle. Nur durch Gottes Hilfe gelang die Verteidigung – so sagte es ein Offizier.“
Das erzählt uns Pastor Kovalov, als wir gegen Mittag durch die Stadt Kiew fahren und genau dort vorbeifahren, wo der Krieg begann. Jetzt stehen hier nur noch ein paar russische Panzer.

Mittwoch 8.4.2026

Guten Morgen!
Nach einer guten Nacht in einer christlichen Herberge im Jugendherbergs-Style mit Mehrbettzimmern sind wir wieder wach, gut drauf und in den Autos.
Jetzt schreiben wir erstmal Stück für Stück auf, was gestern noch passierte.

Nach der Durchfahrt durch Kiew war unser nächstes Ziel das Reha-Zentrum von Perejaslaw.
Es ist stark gewachsen. Vor 4 Jahren noch in einem Einfamilienhaus, heute in einem ehemaligen Hotel.

  • 30 Personen liegen zur Zeit im Haus
  • 196 Personen kommen pro Tag und durchlaufen verschiedene Reha-Schritte
  • 15 Personen haben keine Familie mehr und für sie wird eine zusätzliche Staatshilfe beantragt

Das Reha-Zentrum leidet. Trotz all ihrer Mühen sind die Steuern so hoch, dass es die Leiter manchmal zum Verzweifeln bringt.

Unter anderem haben wir vor zwei Jahren auch diesen RTW geliefert. Es gibt ihn noch. Er ist fast täglich im Einsatz. Er wird von Alla, der Ärztin, die rechts direkt neben dem Wagen steht, gefahren.
Die Ärztin Alla ist weitläufig bekannt. Gemeinsam mit ihrem Mann (ganz rechts) ist sie eigentlich „nur“ die Leiterin eines Reha-Zentrums. Mit ihren RTWs ist sie aber bis an die Front gefahren und hat dort „die Reste“ geborgen. Leben, das für andere schon als verloren galt, hat sie aufgesammelt und aufgepäppelt. Einige ihrer Autos hat es dabei im wahrsten Sinne des Wortes „zerschossen“. Ob kaputte Soldaten oder „Kollateralschäden“ … Sie kann das nicht liegenlassen und fasst mit Tränen in den Augen in das Blut.
Hier beim Reha-Zentrum haben wir 2 Waschmaschinen, Medikamente und weitere Hilfsgüter abgegeben.
Da hier neben den üblichen Reha-Besuchern auch Soldaten buchstäblich wieder zusammengeflickt werden, begegnen wir Menschen mit Verletzungen, die lebenslange Folgen nach sich ziehen – für uns zum Teil echt erschütternd mit anzusehen. Viele der notwendigen Sportgeräte für die Reha wurden aus Deutschland beschafft.
Viele Medikamente, Reha-Technik, Rollstühle usw. hat unser Freundeskreis schon hierher geliefert. Wir durften das „Hotel“ betreten und bekamen begrenzten Zutritt auch zu bewohnten Zimmern. Es ist übel. Dort, wo das Hotel eine Bar hatte, stehen jetzt Betten. Die Bar steht natürlich trotzdem noch da.
Die Patienten sehen so aus wie bei uns eben auch. Aber nicht nur. Wir begrüßen einen Mann, dem ¼ seines Schädels fehlt. Beim begrüßenden Handschlag greift er daneben.

An dieser Stelle müssen wir euch einfach mal Danke sagen.
Dort, wo der Staat finanziell nicht mehr helfen kann und die Patienten und deren Angehörige kein Geld mehr haben, um eine Behandlung zu bezahlen, erweckt Gott die Herzen von Menschen wie euch. 2000 km entfernt vom Elend sammelt ihr Geld und Güter. Beides wird hier zur Hand Gottes, die mit Gebet, heilenden Händen und dem hier selten gewordenen Lächeln anpackt.
Als vorletzte Station für heute wurden auf dem Weg nach Poltawa noch bei einer Gemeinde mehrere Säcke Kartoffeln abgeladen – hier werden diese wichtigen Lebensmittel an Bedürftige verteilt. Weil so viele Flüchtlinge zusätzlich zu den Einwohnern dazu kommen, reichen die vor Ort angebauten Lebensmittel nicht für alle aus. Daher sind solche Gemeinden oft Anlaufstellen, wo man mit Nahrungsmitteln versorgt wird. Jedoch ist oft die Not so groß, dass diese Hilfe nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist – aber auch echt wichtig! Viele Menschen kommen auf diese Weise das erste Mal in Kontakt mit dem Evangelium.
Kurz nachdem wir fertig mit Ausladen waren, kam für uns der erste Raketenalarm. Für heute sollte es nicht das letzte Mal sein, dass uns diese Sirenen auf unserer Reise begleiten …
Hier mal zwei „Kostproben“ der Sirenen. Das bei Tag war bei der Gemeinde, bei der wir die Kartoffeln ausluden, das in der Nacht ist in Poltawa.

Wir sind in Poltawa angekommen und speisen bei einem Pastor zu Hause. Seine Gemeinde hat sich in einem staatlichen Kulturzentrum eingemietet. Zusätzlich zu den 50 Gemeindemitgliedern haben sie noch 70+ Besucher. Tendenz eindeutig steigend. Der Gemeindesaal hat nur 110 Sitzplätze – ein „schönes“ Problem. Sie können momentan dem „Ansturm“ nicht gerecht werden.
Poltawa ringt darum, die Flüchtlingsströme aufzufangen. Trotz immer wieder aufheulenden Drohnen- und Raketenwarnsirenen (die jetzt gerade auch heulen) gilt Poltawa noch als relativ sicher. Daher kommen viele Flüchtende hierher.
Die Gemeinde hilft bei der Wohnungssuche, Jobsuche und verschenkt regelmäßig Essen. Wir waren schon mal dort, haben sie mit 500 Essenspaketen beschenkt und haben damit dazu beigetragen, dass diese Gemeinde gerade durch die Decke geht. Wow.
Für die Besucherströme werden Glaubenskurse angeboten, doch die Nachfrage kann momentan noch nicht gestillt werden. Wer sich anmeldet, hat mehrere Wochen Wartezeit, bis es endlich soweit ist.
So sah die Herberge in Poltawa von außen aus…
… und das ist das Kreuz von „innen“.
Dieser Tag war voll. Wir gehen alle schlafen. Um 4:30 wird der Wecker klingeln. Gute Nacht.

Donnerstag 9.4.2026

Guten Morgen! Mittwoch, der 08.4. liegt hinter uns. Tage wie dieser können einen überwältigen und oft ist man erst in der Rückschau in der Lage, Worte zu finden.
Deshalb heute wieder mit Verspätung das Erleben von gestern:

Mit diesem Team werden wir heute viel unterwegs sein.
Zusammen mit Pastor Juri haben wir 3 Flüchtlingsheime in Charkiw mit Lebensmittelpaketen (bestehend aus Kohlköpfen, Kartoffeln und Möhren) versorgt. Bei den ersten beiden Stationen wurden überwiegend jeweils 250 ältere Menschen (deutlich über 50+) beschenkt. Sie wurden aus Kupjansk gegen ihren Willen zwangsevakuiert und mussten ihre Häuser gegen winzige Zimmer mit einer Allgemeinküche eintauschen. Ihre Augen waren voller Schmerz und Verzweiflung. Unser Dienst ist zwar echt wichtig, aber viele würden gern „normal“ arbeiten und ihre Lebensmittel selbst kaufen können, was durch den Krieg für sie schwer möglich geworden ist. Auf diese Lebensmittelpakete angewiesen zu sein, fühlt sich für einige so an, als würde ein Teil der eigenen Würde geraubt worden sein …
Unsere Motivation: dass Gott durch uns genau diese menschliche Würde und seine Liebe bestätigt.
Beim dritten Flüchtlingsheim haben wir den restlichen Teil von Kohl und den Kartoffeln verteilt. Zusätzlich auch Zwiebeln, Äpfel und traditionelle Osterbrote. Weil hier ca. 40 Kinder mit dabei sind, haben wir in der Zwischenzeit Schokolade für sie besorgt. Auch hier war es erdrückend zu sehen, wie die Menschen vom Krieg gezeichnet sind – besonders die Kinder: kein Lächeln, nur traurige, leere Blicke.
Erst vor wenigen Tagen wurde diese Wohngegend von Explosionen überrascht, wie die mit OSB-Platten notdürftig geflickten Fenster zeigen. Unter dieser ständigen Anspannung zu leben, macht die Bewohner echt fertig …
Deshalb war unser Besuch so passend: Wir konnten mit wenigen Lebensmitteln und dem spontanen Einkauf (40 Schokoladen und 40 Kekspackungen) ein paar Gesichter zum Leuchten bringen.
Ein besonderes Anliegen bei der Verteilung der Lebensmittelpakete war für Pastor Juri, dass vorher immer ein kurzes Grußwort mit einer Mini-Andacht und einem Gebet startet.
Uns ist es wichtig, den Menschen zu zeigen, woher unsere Motivation kommt und warum wir das freiwillig tun: weil wir das Evangelium weitergeben möchten und unseren Mitmenschen helfen möchten.
Kurz gesagt: Ermutigende Worte und fleißige Taten gehören zusammen.
Sobald die Flüchtlinge gehört haben, dass wir extra aus Deutschland gekommen sind, freiwillig mithelfen und ihnen begegnen wollen, war die Freude und Rührung groß! Besonders der Punkt, dass sie wissen, dass viele Menschen in Deutschland mit ihnen fühlen, an sie denken, für sie beten und auch für sie spenden, hat die Flüchtlinge sehr ermutigt!
Wir treffen den Militärseelsorger Vlad aus Charkiw. Um Gemeinschaft mit uns zu haben, hat er sich auf den Weg gemacht. Gemeinsam mit seiner Familie hat er sich bewusst entschieden, in Charkiw zu bleiben.
Als Kaplan ist Vlad unermüdlich im Einsatz. In seinen Gemeinderäumen schafft er einen Ort der Erholung für medizinisches Personal und andere von der Front erschöpfte Menschen. Dort können sie duschen, sich die Haare schneiden lassen, Massagen erhalten, gutes Essen genießen, kreativ werden und am Bibelunterricht teilnehmen – ein wertvoller Dienst der Fürsorge und Hoffnung.
Nach der Mini-Andacht von Juri und einem kurzen Gruß von uns beten wir gemeinsam mit den Geflüchteten das Vaterunser.
Bei der Fahrt durch Charkiw kommen sehr viele Eindrücke zusammen: Ein Trupp war zu sehen, welcher mit einer Abwehrrakete das Kraftwerk bewacht. Die Straßen sind zum Teil zum Schutz gegen Drohnenangriffe mit Netzen überspannt. Zerstörte Tankstellen, neben denen in kürzester Zeit neue Tankstellen errichtet wurden, um den Bedarf an Kraftstoffen zu decken …
All diese Eindrücke werden stets von Warnungen vor Luftangriffen begleitet. Diese kommen so häufig, dass man diese Meldungen fast schon ignorieren möchte.
Besonders beeindruckend ist, dass man kaum Zerstörung sieht. Das liegt nicht daran, dass wenige Raketen die Stadt treffen (die Stadt wird Tag für Tag mehrfach beschossen, auch wenn das nicht immer in unseren Medien so gespiegelt wird!). Sondern es gibt viele Bautrupps, welche in kürzester Zeit z. B. kaputte Fenster austauschen (innerhalb von 3 Tagen!) oder anderweitig „aufräumen“.
Besonders eindrücklich ist auch der Friedhof: Unzählige Flaggen wehen über vielen Gräbern – sie markieren jeweils ein Grab, in dem ein gefallener Soldat liegt …
Abschiedsfoto.
Unser Team bestand aus 14 Personen – Pastoren, Volontären, Jugendlichen, Vätern, Müttern und Kaplänen. Nun ist die Zeit gekommen, Abschied zu nehmen.
Unser Motto hat uns getragen: Gott ehren und einander danken.
Was für Tage liegen hinter uns – voller Freude und Tränen, mit wenig Schlaf, aber umso mehr Helfen und Lieben.

Freitag 10.4.2026

Noch ein Nachtrag von der Reise nach Charkiw:

Nach dem Abschiedsfoto fuhren wir wieder in die Westukraine. Etwa 1000 km, die ganze Nacht durch. Am 09.04. (Donnerstag) gegen 8:00 Uhr waren wir wieder in unserem kleinen Häuschen in Cherche.
Wir sind Gott unendlich dankbar, dass wir von ihm beschützt wurden. Den ganzen Tag hatten wir in Charkiw Nieselregen gehabt. Das klingt zwar nach „schlechtem Wetter“, für uns war es ein großes Glück: Wenn es regnet, werden keine Drohnen gestartet. Noch am nächsten Abend erreicht uns von Pastor Vlad eine Nachricht, was uns einen Tag später hätte passieren können: Ein Freund von ihm wurde bei einem Hilfstransport von einer Drohne angegriffen, direkt frontal. Er lebt zum Glück, aber der Schrecken sitzt tief und das Auto ist jetzt ein wirtschaftlicher Totalschaden.
Diese Hilfstransporte sind ein sehr beliebtes Ziel für solche Angriffe.
Danke Gott, dass wir beschützt wurden!

Wir berichten nun von den Erlebnissen von gestern (Donnerstag 9.4.) aus Cherche:

Medikamentenübergabe:
Gestern (Donnerstag) waren wir bei der Ärztin Olga in der Poliklinik in Cherche. Das Team hat sich riesig über die Medikamente gefreut! Vielen Dank an die Spender und an unsere Apotheker, die unglaublich viel darin investieren! Medikamente werden an die Menschen weitergegeben, die nicht in der Lage sind, sie finanziell zu tragen. Viele Medikamente sind hier im Land schwer zu bekommen.
Diese Art von Hilfe ist zurzeit von großer Bedeutung!
Geldübergabe: In den vergangenen 3 Jahren waren immer wieder Kinder aus der Ukraine in Deutschland zur Erholung. Dieses Jahr hat der Verein „Initiative Kinder von Tschernobyl Seifhennersdorf e. V.“ seine Arbeit beendet und das übrige Geld an die Kinder in der Ukraine weitergegeben. Die Leiterin einer Kindergruppe (Walentina) hat gestern das Geld abgeholt und wird in diesem Sommer mit Halbwaisenkindern kleine Projekte durchführen: ein Sommerlager, Ausflüge oder Ähnliches. Vielen Dank für euer großes Herz, liebes Team vom Tschernobyl-Verein!
Shopping in Cherche: ein mega Laden mit coolen Angeboten! 🤣
Treff mit der Jugendgruppe in Cherche: Mit Feuer, mit heißem Tee, 7 Grad Kälte, mit viel Freude, mit Gesang – so haben wir zwei Stunden zusammen verbracht! So eine innere Verbindung miteinander – das ist ein echtes Wunder!
Der Jugendleiter aus Cherche erhält ein Paket von der Gemeinde aus Auerbach/Erz. Ein sehr cooler Moment der Verbundenheit! Die Jugend aus Cherche sendet euch ein riesengroßes 🫶

Samstag 11.4.2026

Wir berichten von den Erlebnissen von gestern (Freitag 10.4.) aus Cherche und Kamin-Kaschirskyj:

Die IKM-Übergabe im Pflegeheim Kamin-Kashyrskyj war ein besonders bewegender Moment. Der Leiter des Hauses zeigte sich überaus glücklich und tief dankbar für unsere Unterstützung. Die Einrichtung steht derzeit vor großen Herausforderungen und verfügt kaum noch über notwendige Mittel – umso bedeutender war es, dass unsere Hilfe genau zum richtigen Zeitpunkt eintraf.
Insgesamt sind 25 ältere Menschen auf dieses IKM angewiesen, das für sie eine wichtige Unterstützung im Alltag darstellt. Die hohe Qualität aus Deutschland überzeugt und trägt maßgeblich dazu bei, dass die Dankbarkeit vor Ort so groß ist.
Eine Straße voller Schmerz zieht sich durch den Ort Kamin-Kashyrsky – vielleicht nur dreihundert Meter lang und doch scheint sie kein Ende zu nehmen. Bild an Bild reihen sich die Gesichter der Männer aus der Region, die nie zurückgekehrt sind. Jeder Blick erzählt von einem Leben, das plötzlich abbrach, von Träumen, die verstummten.
Und dann, jeden Tag um 9 Uhr, hält das ganze Land den Atem an. Eine Minute, die sich anfühlt wie eine Ewigkeit. In Schulen verstummen die Stimmen, in Krankenhäusern ruhen die Schritte, auf den Straßen bleiben Menschen stehen, in Läden und auf Märkten senken sich die Blicke. Für einen Moment zählt nichts anderes.
Nur das Erinnern.
Schmerz, der still in der Luft liegt.
Tränen, die niemand ganz zurückhalten kann.
Gebete, leise gesprochen oder nur gedacht.
Und irgendwo, tief in all dem Leid, bleibt sie dennoch bestehen – die Hoffnung.
Jetzt ist Zeit, unserer Seele und unserem Körper etwas Gutes zu tun: ein entspannter Spaziergang über den Markt, dazu ein Stück Pizza. So schlicht – und doch genau das, was wir brauchen.
Raum zum Verarbeiten. Zeit für Austausch. Momente der Stille. Augenblicke des Staunens. Und natürlich darf auch das Lachen heute nicht fehlen.
Jetzt ist die Zeit gekommen, Abschied zu nehmen.

Fünf unvergessliche Tage liegen hinter uns: ein bewegender Gottesdienst, 51 Stunden Fahrt in den Osten, 450 verteilte Lebensmittelpakete, wir durften Teil eines Teams von 16 engagierten Helfern sein, ein intensiver Abend mit der Jugend – bei nur 7 Grad im Garten – ebenso wie der Besuch im Pflegeheim und die kleinen, alltäglichen Momente, wie das Wasserholen an der Dorfquelle.
Was für eine Zeit. So viele Emotionen. Tiefe Begegnungen, erschütternde Eindrücke aus Kriegsgebieten und gleichzeitig so viel Hoffnung.
Wir ehren Gott und sind von Herzen dankbar für alle Menschen, die diese Reise mit uns gegangen sind und für die Menschen, die sie möglich gemacht haben.

Wir berichten von den Erlebnissen auf der Rückreise in der Nacht von Freitag auf Samstag (11.4.):

Genau 00:00 Uhr kamen wir am Grenzübergang UA-PL an. Eine Punktlandung, denn in der Ukraine gilt ab 00:00 Uhr Ausgangssperre.
Dieser Grenzübergang war … zügig?!
1 h und 4 min hat es gedauert, bis wir auf polnischem Boden waren. Und genau in Polen springt die Uhr am Handy auf polnische Zeit um: 0:04 Uhr. Also doch nur 4 Minuten gebraucht? 🙂
Heute Vormittag sind wir in Dresden gelandet.

Danke, ihr Möglichmacher. Cool, dass wir sehen können, dass eure Hilfe nicht im Sand verläuft, sondern ankommt!