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Punktlandung – Die Geschichte einer Familie aus Nowowolynsk

Fünfzehn Jahre lang hatte sich der Tag von Irina nach dem Rhythmus ihres Sohnes gerichtet. Seine Pflege bestimmte die Stunden, seine Bedürfnisse die Abfolge der Handgriffe, seine Gegenwart gab allem Sinn. Als er starb, blieb nicht nur Stille zurück, sondern ein Loch – im Herzen der Mutter und im Ablauf jedes einzelnen Tages.
Morgen wurden plötzlich leer. Abende zu lang. Die Zeit wusste nicht mehr, wohin sie gehörte.

Zwei Jahre lang trauerte die Familie. Still, ehrlich, ohne Abkürzungen. Und dann, eines Tages, stand da dieser Gedanke, leise und zaghaft: Vielleicht ist da noch Platz.
Nicht um zu ersetzen – das war unmöglich –, sondern um neu zu lieben.

Im Kinderheim ihrer Stadt in der Ukraine wartete ein Junge. Sie nahmen ihn auf. Und es lief gut. Besser, als sie es zu hoffen gewagt hatten. Lachen zog wieder ein, Schritte auf dem Flur, Leben am Tisch.
Die Familie bewarb sich für ein zweites Kind. Und bekam es. Dann ein drittes. Und noch eines.

So wuchs das Haus – nicht nur in Quadratmetern, sondern in Stimmen, Schuhen vor der Tür, Jacken an der Garderobe und Geschichten am Abend. Heute leben elf Kinder in diesem großen, lebendigen Haus. Viel Arbeit. Viel Chaos. Viel Liebe.

Dann kam der Krieg.
Energie wurde knapp. Strom fiel aus, kam zurück, verschwand wieder. Haushaltsgeräte litten unter dem ständigen An- und Abschalten. Und eines nach dem anderen gab auf: erst die Waschmaschine, dann der Geschirrspüler, schließlich der Trockner. Drei Geräte. Drei Ausfälle. Und elf Kinder.

Die Sorge kroch leise heran. Wie soll das gehen? Wie sollen wir das schaffen?

Genau in diesem Moment geschah es.
Die Freie Evangelische Schule (FES) Dresden schenkte der Familie 1.000 Euro.

Als sie davon erfuhren, weinten sie. Nicht aus Erleichterung allein, sondern aus tiefer, überwältigender Dankbarkeit. Denn der Betrag reichte genau für das, was gerade kaputt war. Nicht vorher. Nicht später. Sondern jetzt.

Eine Punktlandung.

Gott kommt nicht zu spät.
Manchmal kommt er genau dann, wenn das Gewicht am größten ist, wenn die Hände leer sind und das Herz müde.
Nicht immer laut. Nicht immer spektakulär. Aber präzise.
Auf den Punkt.

Danke, dass Sie mit Ihrer Unterstützung Hoffnung schenken und konkret helfen – dort, wo sie gebraucht wird.

Cornelia Leichsenring von der FES hat die Spende ins Rollen gebracht.
Wasilij Kovalov hat den Kontakt innerhalb der Ukraine hergestellt.
Die beiden haben sich dann im November 2025 in Dresden während des Aufenthalts von Familie Kovalov getroffen.
Diese Familie aus Nowowolynsk sagt HERZLICH DANKE
(Auf dem Foto sind 9 der 11 Kinder zu sehen. Die 2 Ältesten sind bereits zur Ausbildung und die meiste Zeit aus dem Haus)